LERNLUST #72 // Stimmen aus dem Maschinenraum: Podcasts als Change-Instrument in IT-Implementierungsprojekten

Shownotes

Die Gäste dieser Folge:
Johannes Strake
www.linkedin.com/in/johannes-starke/

Die Podcast Host dieser Folge:
Claudia Schütze
www.linkedin.com/in/claudiaschuetze/

Blogpost von Johannes Starke:
Podcasts als Lern- und Entwicklungsinstrument in Unternehmen – Johannes Starke

LERNLUST Episode #16 // Lernen war immer schon sozial - braucht es dann Social Learning?
Lernen war immer sozial: Ist Social Learning nötig?

LERNLUST Episode #51 // Willst Du mit mir zirkeln? Wie Lernzirkel auch in Unternehmen eine wertvolle Lernmethode sein können.
LERNLUST #51 // Willst Du mit mir zirkeln?

tts Glossar 'Podcasts':
Podcast


GIO Artikel von Hanna Mormann, Christian Huber und Johannes Starke:
Temporär in Führung: Informelle Expert*innen als Schlüsselpersonen in Softwareprojekten:
In diesem Artikel werden einige Ansätze der Informalität vertieft, die im Podcast von Johannes angesprochen wurden - auch Podcasts finden im Artikel Erwähnung:
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Temporär in Führung: Informelle Expert*innen als Schlüsselpersonen in Softwareprojekten

Insights Artikel von Claudia Schütze:
Stimmen statt Folien: Wie Podcasts die S/4HANA-Reise greifbar machen

Produktion:
Luisa Blum

Transkript anzeigen

Intro :

[0:02] Lernlust, der Podcast für alles rund ums Thema Corporate Learning. Wir sind Claudia Schütze und Corinna Blersch und wir sind Learning Consultants bei der TTS. Und wir sind die Hosts dieses Podcastes. Hier reden wir über alles, was mit Lernen in Organisation zu tun hat. Und wir reden miteinander. Und so oft wie möglich laden wir uns Gäste aus unterschiedlichsten Kontexten ein. So, und jetzt geht's endlich los!

Claudia:

[0:35] Herzlich willkommen zu einer neuen und diesmal tatsächlich etwas anderen Episode unseres Lernlust-Podcasts. Ich habe meinen sehr geschätzten Kollegen Johannes Starke heute zum Gast. Johannes, schön, dass du da bist.

Johannes:

[0:47] Hallo, liebe Claudia.

Claudia:

[0:49] Und warum habe ich eben gesagt, es wird vielleicht eine etwas andere Episode, als ihr, die sonst von uns gewohnt seid? Und Johannes schmunzelt schon vor sich hin. Wir haben uns quasi nicht vorbereitet auf diese Episode, ein ganz kleines bisschen.

Johannes:

[1:04] Wir haben sowas schon mal gemacht, Claudia, vor langer, langer Zeit.

Claudia:

[1:07] Habe ich schon mal, okay. Okay, habe ich vergessen.

Johannes:

[1:09] Es ging um soziales Lernen damals.

Claudia:

[1:11] Ah, stimmt. Du hast recht jetzt. Ja, jetzt dämmerts bei mir. Gut.

Claudia:

[1:15] Also, worüber wollen wir heute reden? Wir wollen reden über ein Thema, das mich seit vielen Wochen sehr intensiv umtreibt und eigentlich schon ganz lange. Und ich sage nicht zu viel, wenn ich sage, Johannes, es ist eigentlich unser beider Herzensthema.

Johannes:

[1:30] Manifestiert durch den jetzigen Moment, genau.

Claudia:

[1:33] Durch den jetzigen Moment, genau. Wir machen Spannung, wir bauen Spannung auf. Wir wollen reden über Podcasts und zwar mit einem besonderen Fokus, aber wir gucken mal, wo wir vielleicht auch noch abzweigen für, die Nutzung in der Kommunikation im Rahmen von Change Management und das eventuell mit dem Fokus auf Projekte, die ich vorrangig betreibe, aber vielleicht wird es auch ganz anders.

Johannes:

[1:59] Du hast jetzt schon mindestens zwei Begriffe genannt, wo mein Herz anfängt, schneller zu schlagen, Claudia.

Claudia:

[2:03] Oh mein Gott, schieß los, Johannes. Wissen unsere Hörer, was wir kriegen, oder müssen wir noch was dazu sagen?

Johannes:

[2:10] Du hast eben gesagt, Nutzung als Kommunikationsmaßnahme, ich kriege es nicht mehr genau zusammen, im Change Management. Podcasts, Kommunikationsmaßnahme, Change Management. Podcasts stimme ich dir voll zu, das ist unser beider Herzensthema, Kommunikationsmaßnahme und Change Management. Geraten wir regelmäßig aneinander und vielleicht dient auch die heutige Podcast-Folge als Gefäß dafür.

Claudia:

[2:33] Ja, genau. Also insofern seid ihr ein bisschen eingestimmt, hoffentlich. Also ihr kennt das Thema, ihr wisst, worüber wir reden wollen. Ihr habt jetzt in so einem Nebensatz quasi erfahren, was vielleicht unsere Haltungen zu bestimmten Themen sind, die wir da jetzt eben schon platziert haben. Und wer mal irgendwann, Johannes, das muss ich nochmal schnell aussuchen, wer mal irgendwann eine Weihnachtsfolge von Susanne und mir gehört hat, ich weiß gar nicht mehr, vor zwei Jahren, glaube ich, da kam dieses Thema schon mal drin vor. Aber es ist, glaube ich, in der Verpackung der Weihnachtsepisode ein bisschen untergegangen. Und weil ich das schade finde, soll es jetzt endlich nochmal einen separaten Raum bekommen. Und Johannes, du hast eben gesagt, drei Themen, die dich direkt angetickert haben. Und ich glaube, das Thema Podcast würde uns irgendwie begleiten in diesem Gespräch, was wir heute haben. Und jetzt habe ich ja gesagt, ich habe mich in den letzten Wochen relativ intensiv damit beschäftigt, wie im Rahmen von Kommunikationskonzepten, im Rahmen von Change-Kommunikation eben Podcasts eine Rolle spielen könnten. Wir wissen, dass das da draußen quasi fast nicht existent ist.

Johannes:

[3:43] Podcast ist wenig existent, obwohl es immer wieder zum Thema gemacht wird.

Claudia:

[3:48] Ja, absolut.

Johannes:

[3:49] Auch bei uns. Das ist so ein Thema, das finden grundsätzlich erstmal alle ganz, ganz toll und spannend.

Claudia:

[3:54] Und cool, sehr cool.

Johannes:

[3:56] Sehr cool. Und es gibt Unternehmen, wir haben auch schon für Unternehmen und mit Unternehmen zusammengearbeitet, die das wirklich umsetzen und auch intensiv nutzen in der internen Kommunikation. Aber ich glaube, wir beide wünschen uns noch eine viel intensivere und insbesondere bewusstere Art der Kommunikation. Entschuldigung, bewusstere Art der Nutzung, nicht der Grund der Nutzung.

Claudia:

[4:17] Ja, du hast recht. Und wir wollen jetzt nicht etwa den großen Unternehmen dieser Welt zu nahe treten, die ganz, ganz tolle Corporate Podcasts haben. Die sind auch, glaube ich, nicht die, die wir jetzt meinen. Also da gibt es viel und tolle, die auch qualitativ sehr hochwertig produziert werden. Aber uns ist ja, unsere Brille ist ja so ein bisschen, Johannes, das Lernen und eben alles, was sich in unserem Arbeitskontext darum rankt. Und damit ist es eben nicht der große Corporate-Podcast, sondern es wären eher Audioformate, ob Podcast da jetzt sogar die richtige Bezeichnung wäre, da strauchen wir beide auch mal so ein bisschen, ob eher Audioformat oder Podcast, im Kontext von Lernen. Oder, wenn wir jetzt diesen Fokus nochmal ein bisschen zurücksetzen auf das, was ich schon angekündigt habe, eben, wie könnte man sich dieses Medium eben, viel mehr zunutze machen, um zum Beispiel im Rahmen von,

Claudia:

[5:13] S4/HANA Implementierungsprojekten, das ist halt meine Welt, in der ich mich bewege oder anderen IT-Implementierungsprojekten oder auch nochmal ganz anderen Transformationsprojekten viel mehr zu nutzen. Und das, glaube ich, ist so ein bisschen unser Fokus.

Johannes:

[5:28] Genau, das ist ja eigentlich vielleicht jetzt für unsere halbe Stunde oder so, die wir jetzt haben, auch ganz produktiv, dass wir uns darauf konzentrieren.

Claudia:

[5:36] Absolut.

Johannes:

[5:37] Podcast und ich finde es auch ganz gut zu sagen, mal Podcast, nicht alle Audio-Elemente, welche Art auch immer, sondern Podcast im Rahmen von IT-Einführungsprojekten, unter anderem SAP-Projekten zu nutzen, weil das fordert von uns ein bisschen, dass wir nicht abdriften in die wunderbare, weite Welt des Lernens, sondern dass wir uns wirklich mal auf diesen spezifischen Case fokussieren, über den du ja auch im Vorfeld schon ein bisschen Gedanken zusammengeschrieben hast in einem Artikel, den du mit mir geteilt hast.

Claudia:

[6:08] Absolut. Ich habe einfach genau das, was Johannes gesagt hat. Ich habe versucht aufzuschreiben, was mich da so umtrieb und wo wir auch, glaube ich, intern gerade mit der einen oder anderen Kollegin oder Kollegen auch ein bisschen drüber sprechen und diskutieren. Und das habe ich eben Johannes zur Kenntnis gegeben. Und das Schöne ist, wenn Johannes sowas zu lesen kriegt, gibt es viele sehr wertvolle Anmerkungen dazu. Und ja, wir legen los jetzt.

Johannes:

[6:36] Wir gehen rein, sagt man heutzutage.

Claudia:

[6:40] Also, womit fangen wir an?

Johannes:

[6:42] Also du schreibst in der Überschrift Stimmen statt Folien. Und das finde ich einen relevanten Punkt. Aber ich würde direkt dann tatsächlich, weil das ja die Überschrift, zu dem ersten Unterpunkt gehen. Storytelling als Schlüssel zur Veränderung schreibst du da. Und du steigst dann auch mit dem Satz ein Geschichten schaffen, was reine Information nicht kann. Und da bin ich direkt hängen geblieben. Was meinst du eigentlich mit Storytelling als Schlüssel zur Veränderung, Claudia? Weil wenn ich Storytelling höre, dann denke ich primär erst mal an die Marketing-mäßige Nutzung des Begriffes, weiß aber, dass du darunter viel, viel mehr verstehst.

Claudia:

[7:19] Ja, also um Gottes Willen nicht etwa in dieser engen Sicht darauf, wie mache ich gutes Storytelling, also wie nutze ich beispielsweise die Heldenreise, um da jetzt eine tolle Geschichte zu erzählen.

Claudia:

[7:30] Das ist auch Storytelling. Aber für mich ist es vielleicht jetzt gerade hinter dieser Prämisse, dieser Change-Kommunikation, also wirklich, um wirklich in diesem Fenster zu bleiben, eine Möglichkeit, etwas zu der, ich sage jetzt Transformation, also so eine IT-Implementierung ist ein großes Transformationsprojekt, ist für HANA erst recht, zu diesen Sachen, die da passieren, Geschichten zu erzählen. Und zwar Geschichten, die das Projekt betreffen, die die Macher im Projekt betreffen, die Menschen in der Organisation betreffen, die auch die Organisatoren dieser Kommunikation betreffen. Also ich glaube, es sind jetzt nur drei Sachen erwähnt oder drei mögliche Menschen oder Zielgruppen erwähnt, da gibt es noch so viel mehr. Aber mit den Geschichten, die diese Menschen erzählen können zu diesem Projekt, zu der Veränderung, zu dem, was neu wird, was anders wird in Zukunft, das ist für mich ein riesen Potenzial, was ich da drin sehe. Und deshalb Storytelling weg von diesen Formaten, die wir kennen, sondern zu sagen, wir nutzen diese Menschen in der Organisation, Ihre Stimmen, die vielleicht bekannt sind, vielleicht aber auch erst bekannt werden über so ein Format.

Claudia:

[8:50] Diese Authentizität der Stimme und der Geschichten, der Themen, die wir dort bearbeiten, zu nutzen, um dem, wie soll ich sagen, eine greifbare, fassbare menschliche Komponente zu geben.

Johannes:

[9:05] Genau. Und hier sehe ich tatsächlich ein ganz podcastspezifisches Potenzial, dass wir über diese Vielfalt an Stimmen, die wir primär in Podcasts, die wir auch eventuell in Videoformaten abbilden können, so ein bisschen auch konträr oder unterfüttern gehen können zu der offiziellen großen Geschichte, die das Management verkündet. Weil, diese Heilsgeschichte, die im Rahmen großer IT-Transformationen oft fast schon evangelikal mitverkündet wird, die stößt ja zu Recht, wie ich finde, oft auch auf große Skepsis, und Impulse von Ablehnung, gerade bei Mitarbeitenden, die schon viele Transformationen erlebt haben und auch schon viele haben scheitern sehen. Ja, ja, die sollen mal wieder was erzählen. Aber Podcasts haben ein ganz subtiles Potenzial, das entweder zu unterfüttern oder auch so ein bisschen zu unterlaufen,

Johannes:

[10:07] ohne dass es wirklich zu einem direkten Konflikt ausatmen muss.

Claudia:

[10:11] Ja, absolut. Und für mich ist es einfach auch nicht mehr vom selben. Es sind nicht wieder noch mehr Folien, nicht noch mehr Townhall-Meetings, nicht noch mehr große, gelackte, schöne, tolle Kick-Offs. Alles seine Daseinsberechtigung. Ich will nicht dagegen argumentieren. Wir reden nicht über entweder oder, wir reden über das und die Podcasts. Aber die Podcasts können was anders machen. Sie können was Neues da reingeben. Und gerade das Menschliche, weg von den Zahlen, Daten, Fakten auf den Folien, sondern Geschichten aus dem Lebensalltag des Projektes, das ist, glaube ich, das, was wirklich den Unterschied machen kann.

Claudia:

[10:50] Und was ich eben so erstaunlich finde, dass das eben tatsächlich heute so wenig bisher genutzt wird.

Johannes:

[10:58] Das stimmt. Also allein schon der Prozess zu Podcastaufnahmen einzuladen, ist ja schon ein sehr potenziell vielfältiger und da hat man ja viel mehr, da haben wir ja in der... Da haben wir ja viel mehr Möglichkeiten, als wir das haben, wenn wir Plakate für die Kantine bauen oder Folien.

Claudia:

[11:15] Und wir können schnell reagieren. Also Podcast ist ein Medium, mit dem man unglaublich schnell reagieren kann. Für Dinge, die jetzt gerade plötzlich als wichtig identifiziert werden, da kommen wir bestimmt nachher nochmal drauf. Oder von Themen, die gerade hochkommen. Mit einem Podcast kann ich super schnell reagieren. Und das ist, finde ich, auch etwas, was in meinen Augen die große Kraft dieses Mediums ist. Nicht zu sagen, wir haben drei Menschen, die sind unsere Stimmen in dem Podcast und die laufen durch, durch eine Kommunikation von, weiß ich nicht, wie lange das Projekt läuft. Ein Dreivierteljahr, ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre. Sondern es kann sozusagen immer das benutzt werden, was jetzt gerade dran ist und was einen Mehrwert stiftet, wenn man darüber redet.

Johannes:

[12:00] Wobei wir allerdings auch zugestehen müssen, dass sich vor ein Podcast-Mikrofon zu setzen nicht für alle das geeignete Mittel der Wahl ist, sich schnell auszudrücken. Also da kann vielleicht auch die Schriftform manchmal Vorteile haben, weil wir dort Stimmen anonymisieren können oder generalistischer aufstellen können. Ein Podcast ist eben immer mit der sprechenden Person verbunden. Das ist ein großer Vorteil auf der einen Seite, das kann aber auch potenziell hemmend sein.

Claudia:

[12:29] Ja, ich stimme dir zu, Johannes. Ich würde aber trotzdem denken, die Organisation, die ich im Kopf habe, da gibt es so viele Menschen, die in Frage kämen, quasi beizutragen zu einem solchen Format, wo ich denke, da gibt es immer jemanden, nicht nur eine Person, sondern mehrere Personen, die eine Affinität dazu haben, auf der Bühne in Hochkomma zu stehen, auf der nicht sichtbaren Mikrofonbühne zu stehen und ihre Gedanken daraus zu sprechen - oder die zumindest sagen, Es ist okay, ich probiere das einfach mal. Und die, die gerne schreiben wollen, wir haben ja eben gesagt, es ist nicht entweder oder, sondern es ist sowohl als auch. Und die Menschen, die lieber mit der schriftlichen oder visualisierenden Kommunikation unterwegs sind, haben ihren Raum ja trotzdem.

Johannes:

[13:15] Und ganz oft entstehen ja auch gute Ideen primär durchs Gespräch. Du hast gesagt, wir hätten das, was wir gestern besprochen haben, einfach mal aufnehmen können.

Claudia:

[13:23] Absolut. Ihr habt was verpasst. Das war in der Tat ein wirklich sehr tolles Gespräch.

Johannes:

[13:28] Claudia, weil du es eben gerade erwähnt hast, verschiedene Stimmen suchen, die bereit sind, sich vor ein Mikrofon zu begeben. Ich finde ja allein schon, diese Suche, die man dann bewusst angeht, welche Stimmen wollen wir hörbar machen, die zwingt uns in gewisser Art und Weise dazu, nicht einfach nur dem Standardimpuls zu folgen. Tone from the Top, das Management soll mal eine initiale Videobotschaft einsprechen, sondern wir werden dazu genötigt, unterschiedliche Stimmen zu finden. Und deswegen im Übrigen auch mein Beharren auf dem Format Podcast und nicht nur irgendein Audioformat. Irgendein Audioformat wäre dann halt die Stimme aus dem Management. Aber ein Podcast ist eine Serie und da reicht es nicht, wenn wir einfach nur alle zehn Thomase im Vorstand durchdeklinieren.

Claudia:

[14:15] Ja, du hast recht. Und trotzdem, ich finde, das hat auch seine Daseinsberechtigung, aber der Podcast kann eben nochmal was anderes leisten. Und ich denke, trotz alledem dürfen sehr gerne spontane Themen auch ihren Raum bekommen. Trotzdem ist Planung und ein Redaktionsplan an der Stelle, glaube ich, trotzdem extrem wichtig. Auch wenn es vielleicht am Ende sehr locker und spontan produziert daherkommt, ist es schon wichtig. Und gerade da, wo man viele Stimmen nutzen möchte, also Stimmen meint für mich jetzt auch ein bisschen Themenfokus oder, ja, lassen wir es mal so stehen, bei Themenfokus zum Beispiel. Oder vielleicht auch Organisationseinheit könnte dabei auch eine Rolle spielen, gerade wenn ich das ein bisschen sinnvoll planen möchte und verzahnen möchte, dann ist natürlich so ein Redaktionsplan total wichtig, dass ich eben mir überlege, wie lasse ich unterschiedliche Sachen zumindest erst mal zum Start geplant zum Einsatz kommen. Und wenn dann, und das ist vielleicht ein Funk, Johannes, über den haben wir gestern ja auch so ein bisschen gesprochen, wenn es dann dazu Bedarf gibt, Redebedarf gibt zu dem, was in so einer Episode stattgefunden hat, dann kann man darauf reagieren.

Johannes:

[15:28] Genau. Und das ist tatsächlich auch ein weiteres Potenzial, was bisher so gut wie gar nicht genutzt wird. Auch die Unternehmen, in denen wir Podcasts umgesetzt haben. Ich habe leider nie mitbekommen, vielleicht ist es auch abseits meiner Tätigkeit gewesen, dass wirklich das Ganze in dialogische Kontexte eingebettet wurde. Also über die Einbahnstraßenkommunikation hinaus, weil da haben wir ja so viel Potenzial. Also erstmal durch besondere Podcast-Formate, die so ein bisschen anders diese Einbahnstraßen-Sendrichtung aufbauen, aber eben auch dann, was mit einzelnen Episoden gemacht wird, wie wir sie einbetten, wie wir sie weiterverwenden.

Claudia:

[16:11] Absolut. Und ja, ich glaube, es ist ja auch einer der Kritikpunkte an Podcasts und vielleicht auch insbesondere, wenn es um die Nutzung im, weitesten Sinne zum Lernen oder im organisationalen Kontext geht, es sei eben eine Einbahnstraßenkommunikation, eine One-Way-Kommunikation. Und das ist natürlich das, was wir jetzt rekorden und was irgendwann nach einer kurzen Zeit da draußen für unsere HörerInnen zur Verfügung stehen wird. Das ist natürlich erstmal Einbahn. Wir reden und wir senden etwas, aber wir könnten jetzt ja anbieten, dass man darüber mit uns in Interaktion geht. Und was in Unternehmen, glaube ich, wirklich eine coole Idee ist, ist, dass man eben hoffentlich sowieso im Rahmen von Veränderungen und Transformationen darüber nachdenkt, Communities aufzubauen. Und zwar wirklich nicht zu sagen, wir machen da mal irgendwie in Teams eine Gruppe oder bei Viva Engage oder in irgendeiner anderen Plattform und das wird schon laufen.

Claudia:

[17:12] Dass man die aufsetzt, dass man die plant, dass man die moderiert, dass man dafür Sorge trägt, dass es eine aktive und lebendige Community ist. Und wenn ich sowas habe und das rechtzeitig aufbaue als ein Element in dieser Change-Kommunikation, ein weiteres Element in der Change-Kommunikation, dann kann ich nämlich über so ein Forum beispielsweise auch den Rückkanal ermöglichen zu dem Podcast, zu der Episode, zu den Themen, die dort besprochen werden.

Johannes:

[17:41] Da fällt mir ein weiteres Lieblingsformat von uns beiden ein, die Lernzirkel und wir haben das gerade neulich ein Projekt, du erinnerst dich, realisiert bei einem großen Autobauer. Da war der Bedarf, dass wir Lernzirkel aufbauen, auf deren Lernplattformen und da haben wir ja diese Verschränkung getroffen, dass wir unter anderem neben anderen Formaten natürlich Podcasts zur Vorbereitung angeboten haben und dann natürlich in den, Lernzirkel Sessions Bezug genommen haben. Haben auf diese vorbereitenden Podcast-Aufnahmen und zur Diskussion angeregt haben. Inklusive die Aufforderung, auch einen potenziellen Rückkanal zu nutzen, also Feedback zu geben. Ob das dann genutzt wird, ist eine andere Frage, aber gerade LernCircle, wo ja die individuelle Art der Vorbereitung doch sehr individuell unterschiedlich sein kann, können wir uns auch erlauben, solche sperrigen, nicht ganz gewohnten Formate wie Podcasts, also im privaten Kontext sehr gewohnt, aber im, betrieblichen Lernen eher ungewohnten Formate wie Podcasts mit Weil da sowieso die Lernenden eher, die Freiheiten haben, selbst zu entscheiden, wie sie sich auf die Lern-Circle-Sessions vorbereiten.

Claudia:

[18:49] Absolut. Ja, stimme ich dir total zu. Du hast es jetzt eben gesagt, privater Kontext und beruflicher Kontext,

Claudia:

[18:57] das ist ein Medium, was wir vielleicht auch einfach nicht unterschätzen sollten, wie populär und bekannt es im privaten Kontext eben ist. Nicht jeder hört Podcasts, um Gottes Willen, das wäre eine Unterstellung und die wollen wir auch nicht treffen. Und wir wollen auch nicht sagen, jeder muss Podcasts lieben und mögen und hören, um Gottes Willen. Aber viele kennen es halt aus dem privaten Alltag und schätzen es, sonst würden sie es ja nicht machen. Und warum nicht da eine Erfahrung, die man bereits hat als Mensch, nutzen in einem anderen Kontext und etwas bedienen, was eben in einem anderen Kontext etwas sehr Beliebtes ist.

Johannes:

[19:36] Genau, da haben wir wieder die zwei Seiten der Medaille dieses Formates, was im privaten Kontext beliebt und gewohnt ist, hat die Anfälligkeit dafür, im beruflichen Kontext vereinnahmt zu werden. Wir müssen auf jeden Fall darauf achten, wenn wir Podcasts in der beruflichen Weiterbildung einsetzen, den Lernenden die Zeit zum Hören anzurechnen, und es auch zu tolerieren oder zu fördern, dass Menschen dann mit Kopfhörern mal durch die Gegend spazieren. Und, du erinnerst dich, als das noch so total ungewohnt war, dass Menschen sich Videos angucken. Mittlerweile ist das zumindest akzeptiert. Ich glaube, bei Podcasts haben wir noch einen weiteren Weg. Und was auf gar keinen Fall passieren sollte, dass Podcasts dann in die private Zeit verschoben werden.

Claudia:

[20:30] Ja, absolut. Ich stimme dir zu. Und das ist sicher auch eine Herausforderung, sich damit zu beschäftigen, wie man das löst. Aber ich würde sagen, noch sind wir ja einen Schritt weiter hinten. Wir sind ja noch nicht mal da, dass wir sagen, es ist ein normales Medium, was angeboten wird mit im Kommunikationsmix. Zum Beispiel eben in solchen Veränderungsprojekten. Und wären wir schon so weit, dann können wir jetzt nochmal ernsthaft über die Rahmenbedingungen nochmal ein bisschen genauer reden, aber vielleicht wäre es irgendwie schöner, einfach auch nochmal, ja wie soll ich sagen, nochmal wirklich massiv dafür zu werben, den Weg zu ebnen, dass die Podcasts überhaupt in den Kommunikationsmix solcher Veränderungs- und Transformationsprojekte kommen.

Johannes:

[21:15] Ja, genau. Weil das ist ein, da haben wir am Anfang schon mal drüber gesprochen, ich würde es gerade gerne nochmal aufgreifen. Es ist gerne ein Lippenbekenntnis, dass IT-Transformationen komplex seien. De facto werden dann solche IT-Transformationen, die von Change Management begleitet werden, aber doch durch schöne Prozessabläufe, dargestellt und es wird mal schnell vergessen, was rechts und links, oben und unten passiert, was de facto wirklich passiert, neben diesen neuen IT-Prozessen, die die neue Art, wie das Unternehmen funktioniert, abbilden sollen. Ich meine, wir kennen das aus, bei SAP ist das ja, SAP soll abbilden, was alles im Unternehmen läuft, wie das Unternehmen funktioniert. Wenn man die SAP-Prozesse verstanden hat, dann soll man angeblich verstanden haben, wie das Unternehmen tickt. Das wissen wir ja, dass das nicht so ist. Und hier können wir durch solche Positionierungen unterschiedlicher Stimmen, die aus ihren Erfahrungen berichten,

Johannes:

[22:09] die die tatsächliche Komplexität erfolgen. Belegen und auch besprechbar machen.

Claudia:

[22:16] Besprechbar machen, Johannes. Das wäre mir viel wichtiger. Belegen, ich glaube, da sind Menschen auch unterschiedlich empfänglich dafür, was sie da raushören. Aber mir ist es so wichtig, dass der Podcast eine Möglichkeit bietet, das alles besprechbar zu machen und es transparent zu machen. Also es ist nicht die dreimillionste Folie, die dann gereicht wird mit irgendeiner schönen Darstellung. Sondern es ist ein Mensch, der ein Thema aufgreift, weil es gerade sowieso präsent ist oder vielleicht und das ist ja auch was, was mir immer so unter dieser Terminologie Einwandvorwegnahme ja ganz aktiv gesteuert werden kann, indem ich nämlich mir überlege, was könnten denn im Verlauf des Projektes, was könnten denn für Themen hochkommen, was könnte Menschen beschäftigen, wo könnten Gedanken und Fragezeichen entstehen. Wo könnten oder sind schon Diskussionen entstanden? Und die kann man bedienen mit so einem Podcast.

Johannes:

[23:20] Genau. Bedienen und gleichzeitig sehr angenehm, indifferent. Also das ist halt nur eine Stimme von vielen, die das gesagt hat. Es gibt ja auch noch eine gegenläufige Stimme. Also so lassen sich vielfältige Positionen auch in gewisser Weise gefahrlos oder mit relativ wenig Gefahr positionieren.

Claudia:

[23:38] Ja, absolut. Und weißt du, für mich ist noch ein bisschen so dieser Charme, also wir wollen ja, ich glaube, das, was wir versuchen wollen, mit dieser Episode zu erreichen, ist einfach….

Claudia:

[23:49] Mehr Bewusstsein zu schaffen für dieses tolle Medium Podcast in dem Kontext, den wir ja jetzt eben so ein bisschen beschrieben haben. Weißt du, das, was so ein Vorteil ist, ist einfach Podcasts können immer stattfinden, und ein wesentliches Merkmal, wissen wir alle, die uns ein bisschen mit Podcasts beschäftigen, ist die Regelmäßigkeit. Also dass man kontinuierlich ausspielt. Und ein Podcast, es gibt auch Podcasts, die nicht regelmäßig veröffentlichen, okay, aber grundsätzlich ist Regelmäßigkeit ein Merkmal eines Podcastes. So und wenn wir jetzt mal so in diese Projekte gucken und wenn ich,

Claudia:

[24:28] so sage, wie ich so wahrnehme, wie zum Beispiel so SAP-Implementierungsprojekte laufen, dann ist da am Anfang sicher mit viel, gut durchdacht und mit Aufwand und wirklich, wirklich, wirklich toll eine Kick-Off-Veranstaltung, eine Start-Veranstaltung, irgendein Town Hall, super. So und dann finden sich die Menschen, die im Projekt eine Rolle bekommen, zusammen und fangen an zu arbeiten. Aber die Menschen, die später von der Veränderung auch betroffen sind, das sind ja die im Projekt natürlich auch, aber eben auch Menschen, die wir als die sogenannten Enduser benennen, für die tritt dann Ruhe ein und wahrscheinlich waren die in dieser Kick-Off-Veranstaltung noch gar nicht dabei.

Claudia:

[25:10] Es ist einfach, es ist eine nebulöse Masse, über die da geredet wird. Vielleicht kann man auch sagen, ein schwarzes Loch. Und eine große Gruppe von Menschen kriegt überhaupt nicht mit, was da passiert.

Johannes:

[25:22] Ah, dann sind dann die Podcasts quasi der regelmäßige Werkstattbericht, der Blick hinter die Kulissen.

Claudia:

[25:27] Für mich ist das definitiv so. Und für mich ist das so, wie soll ich das sagen? Also wir haben ja gestern auch darüber geredet. Du hast ja auch schon zu Recht und das merken immer auch grundsätzlich in solchen Sessions, wo man über sowas redet, Menschen an. Ja, aber ist das nicht zu viel Kommunikation? Aber ich glaube immer noch, dass man bewusst entscheiden kann, höre ich das, konsumiere ich das oder höre ich es eben jetzt auch nicht? Aber ich kann kontinuierlich informieren. Ich weiß, es ist one way, es ist erstmal eine Information. Aber in dem Moment, wo man sich vielleicht auch schon zwei Gäste einlädt, hat man schon viel mehr einen Austausch. Dann ist es nur nicht das Senden einer Info, sondern vielleicht auch schon ein bisschen Meinungen und Befindlichkeiten wahrnehmen aus einer Episode, die vielleicht schon zwei Gäste hat, die sich miteinander austauschen. Für mich wäre super wichtig, diese Regelmäßigkeit zu garantieren und kontinuierlich aus dem schwarzen Loch für viele Menschen zu senden und zu sagen, hey, guck mal, was da passiert. Und vielleicht kommt dann irgendwann eine Info, wo man sagt,

Claudia:

[26:37] ach echt, das kriegen wir jetzt?

Johannes:

[26:39] Diese Regelmäßigkeit nach dem Prinzip Working Out Loud, also nicht im Sinne von dem geschützten Begriff Working Out Loud, sondern dieses nach draußen transparent arbeiten, also laut sein und unterteilen, während man arbeitet. Genau.

Claudia:

[26:53] Und ich glaube, das schafft ganz viel Verständnis.

Claudia:

[26:57] Und das kann auch zu Unmut führen, natürlich. Aber gut, wenn es zu Unmut führt. Dann kann man das nämlich überhaupt, wieder das schöne Wort, was wir eben schon mal hatten, besprechbar machen. Und nur was quasi irgendjemanden erreicht, der es aufgreifen kann, damit kann man auch was machen. Und entweder nimmt man die Einwände vorweg oder man hat wirklich Einwände gehört. Und die nimmt man und die thematisiert man. Aber eben von Anfang an kontinuierlich und regelmäßig. Das wäre mir ein großes Anliegen.

Johannes:

[27:25] Und Unmut, der bereits in der Phase geäußert wird, die ansonsten eher still verläuft, wie du gesagt hast, ist produktiver, nutzbar und auch günstiger im Auftreten als später Unmut.

Claudia:

[27:39] Ja, das gefällt mir sehr, die Formulierung. Das gefällt mir sehr.

Johannes:

[27:43] Und genau, also abgesehen davon, dass es mir auch immer sehr, sehr wichtig ist, dass Unmut begründet ist und dass Unmut nicht weggebügelt werden muss durch überwältigende Change-Kommunikation, wie das ja leider auch immer noch oft gestaltet wird, sondern, das Unmutausdruck von Intelligenz aus der Belegschaft ist.

Claudia:

[28:01] Und wir können signalisieren damit, weißt du, dass wir das ernst nehmen, dass wir das hören und dass das eben wirklich, wirklich, ich sage das jetzt extra so, ernst genommen wird. Und dass man hört, zuhört und das Gefühl eben damit geben kann den Menschen, dass sie eine Stimme haben tatsächlich.

Johannes:

[28:21] Ja, genau. Das wirklich doppelt unterstrichen.

Claudia:

[28:23] Ja, das war jetzt Absicht.

Johannes:

[28:24] Das ist mir auch ganz, ganz wichtig, weil eine Stimme aufzunehmen bedeutet noch lange nicht, eine Stimme ernst zu nehmen.

Claudia:

[28:31] Ja, da hast du natürlich recht. Ja, jetzt haben wir eigentlich ja ganz viele Sachen besprochen, Johannes, die so dafür argumentieren, warum wäre es sinnvoll, so ein Format zu nutzen.

Johannes:

[28:43] Ja.

Claudia:

[28:45] Weißt du, da sind auch so viele, ich will vielleicht noch mal ein bisschen was zu diesen S4/HANA-Implementierungen sagen, da passieren ja auch so viele Dinge auf der Wegstrecke. Und es beginnt für sehr viele Unternehmen ja auch damit, dass so Sätze verkündet werden in so anfänglichen Informationsmeetings. Ja, wir gehen jetzt auf den Standard zum Beispiel, wir gehen zurück auf den Standard. Und dass das bei ganz vielen Mitarbeitenden, die lange im Unternehmen sind und lange mit der Software, die sie vorher im Einsatz war, gearbeitet haben, zu Ängsten führt, das glaube ich unterschätzen ganz viele Menschen. Dieses, ja wie und wie mache ich meine Arbeit in Zukunft? Statt, passt doch für uns nicht. So und jetzt kann man das hören und sagen Quatsch und das wegtun, aber man kann darüber eben zum Beispiel in so einem Medium wie Podcast auch reden und warum man zum Beispiel Systeme wie S4/HANA eben auch einführt, um zu sagen, wir werden unserer ganzen Eigenentwicklungen aus Jahren, da gab es Entwickler, die gibt es schon gar nicht mehr, auf die man gar nicht mehr zugreifen kann. Wir werden dem auch nicht mehr her. Und das ist jetzt eine einmalige Chance sozusagen, da in die Best-Practice-Lösung zurückzugehen und in die Standards der Software zurückzugehen. Das ist natürlich jetzt eine kleine Perle von den Standards, die du wahrscheinlich auch im Kopf hast.

Johannes:

[30:03] Völlig klar. Also tatsächlich, in dem Aufbau von SAP bist du die Expertin. Da möchte ich auch gar nicht kommen.

Claudia:

[30:07] Nein, um Gottes Willen. Aber ich wollte es nochmal ganz kurz sagen, weil das ist so ein Thema. Und dann kommen so viele Fachvokabeln, die man dann doch mal plötzlich irgendwie hört, obwohl man eigentlich gar nicht in dem Projekt beteiligt ist, noch nicht. Und dann fliegen einem so Fachbegriffe um die Ohren. Und ein Podcast ist eben auch ein Medium, in dem man diese Fachbegriffe aufgreifen kann. Und so. Tatsächlich auch Erklärungen liefern kann. Was bedeutet das dann überhaupt, wenn man sagt, man macht Clean Core? Ein Podcast, wenn man mit den richtigen Gesprächspartner, die richtige Gesprächspartnerin dazu interviewt, versucht das natürlich auch alles sehr anschaulich und einfach und arbeitsrealitätsbezogen auch zu thematisieren. Kann Klarheit schaffen für solche Sachen, die eben doch sehr technisch sind, aber irgendwann den Menschen um die Ohren fliegen.

Johannes:

[30:56] Genau, insbesondere auch wenn es von den Mitarbeitenden, denen wirklich Fachexpertise in dem Thema zugesprochen wird, beschrieben wird, auch mit einer darin dann inneren verbundenen Begeisterung, die wir über die Stimme hören. Also wenn wirklich die Techies, die das Ganze aufbauen, ihre Zusammenhänge, ihre Systeme erklären, dann hat das natürlich eine viel höhere Glaubwürdigkeit, als wenn der Vorstand das erklärt und als alternativlos in Anführungszeichen darstellt. Und wie gesagt, Personen machen sich dann auch natürlich ansprechbar abseits, der offiziellen Podcast-Aufnahme. Auch das ist ein ganz gewichtiger Punkt, Experten im Unternehmen in Zugriff zu bringen. Auch, dass sich Personen, die keine formale Expertise in ihrer Rolle haben, dennoch verfügbar machen, anbieten können und dann auf informellen Wegen kontaktiert werden können. All das sind sehr hilfreiche Nebeneffekte von so einem vielfältigen Medium wie Podcast.

Claudia:

[31:55] Ja, und du hast mich ja am Anfang gestern, als wir sprachen in der Vorbereitung, ja auch nochmal mit diesem Thema Komplexität angesprochen und.

Claudia:

[32:06] Wissend, dass du diesen Begriff sicher in ganz anderen Kontexten auch anders meinend verwendest. Und für mich war es eben einfach nur nochmal der Wunsch zu sagen, ich glaube schon, dass für Anwendende eines neuen S4/HANA-Systems oder IT-Systems, die Welt in dem Moment, wo sowas Neues passiert. Und etwas ablöst, was sehr lange vorher in der Organisation war, und wo Menschen ja auch Expertise aufgebaut haben und wo sie ja auch wer sind für das, was sie heute können und ausführen können mit der IT-Unterstützung, dass das schon ganz schnell, auch wenn es vielleicht nicht im echten Sinne des Begriffes ist, sowas wie plötzliche Komplexität auf sie einstürmt. Weil Standardprozesse, Transaktionen weg, neue Rollen, plötzlich neue Zusammenarbeitswege, die es vorher überhaupt nicht gab und da verändert sich ja viel und ich glaube, wir haben lange so ein bisschen negiert in diesen Kontexten zu, ja auch wirklich ehrlich darin zu sein, dass es eben mehr ist als eine IT-Implementierung. Es ist nicht nur neues IT-System, was da kommt, sondern da, wo Menschen miteinander interagieren, kommen so viele zusätzliche Faktoren mit ins Spiel und warum die Menschen, agierenden Menschen eben nicht als Stimme und als bekannte Stimme im Ohr zu nutzen, um genau darüber zu reden.

Johannes:

[33:30] Sehr schön, Claudia. Darf ich einen Wunsch für die Suche oder für eine mögliche Zukunft der Nutzung von Podcasten? Wir nutzen doch verschiedentlich die beliebten Gallery Walks, Poster Sessions, wie auch immer. Das ist ja so eines der Standardformate bei IT, SAP Einführungen. Ich träume so sehr davon, Stimmen, Audio in solchen Kontexten mitnutzbar zu machen. Weil was ist glaubwürdiger, als wenn wir einen Trainingsraum, einen Flur, ein räumliches Setting haben, wo wir zum Beispiel QR-Codes an der Wand haben, die scannen können, wie wir es aus dem musealen Kontext kennen. Ich dürfte noch nie so ein Projekt umsetzen. Wenn es da draußen irgendjemanden gibt, der Stimmen in dem Raum verorten möchte.

Claudia:

[34:16] Ich bin dabei, ich mache mit Johannes. Ja, du hast total recht, weil.

Claudia:

[34:23] Das sind auch Erlebnisse, die man damit schafft, weil sie eben so alltagsnah sich anfühlen und plötzlich gar nicht mehr dieses komplexe Projekt sind, was so weit weg ist, mit dem man nichts zu tun hat, was man nicht greifen kann. Aber zu sagen, ich gucke mir was an und ich höre mir was an und wir reden darüber. Und weißt du, das, was wir früher, kannst du dich noch erinnern, wie sehr ich mal begeistert war von der Art, wie Ingo Stoll seine Podcasts auch gemacht hat, als er noch regelmäßig Podcasts produzierte. Und diese Geschichte mit, ich nehme das Mikro mit und mache einfach nur eine kurze Akustikaufnahme, in der Lagerhalle und fange einfach ein paar Geräusche dazu ein und nehme das aber als Kombi mit nachher in das, worüber da eben auch thematisch geredet wird. Das ist heute, glaube ich, schon durchaus auch verbreitet, obwohl wir es bei Landost leider überhaupt nicht machen. Aber gut, wir sitzen ja meistens auch am Schreibtisch, wenn wir reden, da gibt es nicht so viel Akustik im Hintergrund. Aber ich liebe das, weil das halt so sehr... Anschlussfähigkeit herstellt bei den Menschen. Also wenn ich ein Mitarbeiter bin, der in der Werksanlage arbeitet und der hört die Geräusche, die er jeden Tag hört, kann er doch ganz anders anschließen plötzlich bei einem Thema, was mit Veränderung zu tun hat. Und haben wir, glaube ich, auch noch gar nicht thematisiert. Diese Fragen, die ja schon quasi nach der ersten Information hochkommen. Ja, und was heißt das jetzt ganz genau für mich?

Johannes:

[35:48] Richtig, richtig. Diese künstliche Trennung, die wir immer schaffen zwischen Seminare oder zwischen Trainingsraum und Werkhalle, die können wir hier zumindest ein bisschen simuliert aufheben, wenn wir es nicht schon echt aufheben.

Claudia:

[36:18] Erste Einheiten in der Organisation, die schon Erfahrung sammeln. So darüber reden, wie ging es denen damit? Wie war der Start? Und dann auch wirklich erlauben zu sagen, es war anstrengend, es war chaotisch. Und man bricht sich damit kein Zacken aus der Krone, sondern es ist einfach ehrlich und authentisch. Aber dann eben auch zu sagen, okay, was haben wir gemacht, damit es besser wurde? So, das ist natürlich ein wichtiger Anschluss daran.

Johannes:

[36:41] Und da sind wir dann wieder rasende Reporterinnen. Da sind wir gerne rasende Reporter. Ob wir nun mit dem Mikrofon umlaufen, ob wir einen Podcast-Tisch aufbauen, wie es ja bei manchen Barcamps auch schon üblich ist, um schnelle Stimmen direkt nach Sessions einzufangen. All das können wir nutzen, ein bisschen experimentieren mit dem Format innerhalb der Podcast- Welt.

Claudia:

[37:00] Und einfach ein bisschen Mut, es einfach mal auszuprobieren. Also ihr da draußen, wenn ihr uns zugehört habt, hoffentlich bis dahin sehr intensiv und aufmerksam und hoffentlich mit eigenen Gedanken dazu. Und ihr müsst nicht alles gut finden von dem, was wir da erzählt haben. Also geht mit uns in den Austausch. Das ist gut Wir freuen uns so sehr, wenn wir Feedback bekommen dazu. Aber unser großes Plädoyer, probiert es doch mal aus. Und wenn ihr uns quasi dazu noch mehr fragen müsst, macht es einfach. Aber probiert es einfach mal aus. Podcasts wirklich als Medium im Kommunikationsmix, das ist mir auch ganz doll wichtig, der Change-Kommunikation zu etablieren. War das jetzt ein Abschlusswort, Johannes?

Johannes:

[37:48] Sehr rund, sehr rund.

Claudia:

[37:49] Mit Blick auf die Uhr, glaube ich, muss es ein Abschlusswort gewesen sein, obwohl wir beide, glaube ich, noch extrem viel dazu zu sagen hätten. Und wer weiß, vielleicht gibt es auch nochmal eine Fortsetzung, wo wir uns vielleicht nicht ganz so sehr auf diese IT-Projekte fokussieren und vielleicht nochmal ganz andere Sachen besprechen. Aber ich glaube, wir sollten nie müde werden, über den Nutzen von Podcasts in der organisationalen Kommunikation zu sprechen. Danke, Johannes, dass du das mit mir gemacht hast heute.

Johannes:

[38:14] Danke, Claudia.

Claudia:

[38:16] Also ihr da draußen, danke fürs Zuhören, schön, dass ihr dabei wart und wir haben es schon gesagt, wir freuen uns über euer Feedback. Macht's gut, bis zur nächsten Lernlust.

Outrotext:

[38:31] Ach, übrigens, habt ihr uns eigentlich schon abonniert? Das geht überall da, wo ihr eure Podcasts am liebsten hört. Wir, die Hosts des Podcasts, Corinna und Claudia, wir sind natürlich auf LinkedIn erreichbar. Für euer Feedback, eure Anregungen, eure Wünsche oder die Diskussion zu den Themen unserer Episoden, könnt ihr uns sehr gerne auch auf Podigee direkt schreiben. Also, bis zur nächsten Lernlust.

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