LERNLUST #74 // Lernen, wenn du es wirklich brauchst: Wie KI Corporate Learning neu erfindet
Shownotes
Die Gäste dieser Folge:
Armin Hopp
Armin Hopp | LinkedIn
Ulrich Ude
Ulrich Ude | LinkedIn
Die Podcast Host dieser Folge:
Corinna Blersch
Corinna Blersch | LinkedIn
Produktion:
Luisa Blum
Luisa Blum | LinkedIn
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00:00:02: Lernlust, der Podcast für alles rund ums Thema Corporate Learning.
00:00:07: Wir sind Claudia Schütze und Corinna Blersch und wir sind Learning Consultants bei der tts.
00:00:14: Und wir sind die Hosts dieses Podcastes. Hier reden wir über alles,
00:00:18: was mit Lernen in Organisationen zu tun hat. Und wir reden miteinander,
00:00:24: Und so oft wie möglich laden wir uns Gäste aus unterschiedlichsten Kontexten ein.
00:00:29: So, und jetzt geht's endlich los.
00:00:38: Jetzt mal ehrlich, noch nie war es so einfach, an Wissen zu kommen.
00:00:41: Ein Brompt und ein Klick und die Antwort ist auch schon da und das erleben gerade viele von uns.
00:00:47: Wie KI den Arbeitsalltag verändert.
00:00:50: Dinge, die früher viel Zeit gekostet haben, gehen heute deutlich schneller und
00:00:55: Informationen zu finden, ist nicht mehr die größte Herausforderung.
00:00:58: Wir haben quasi Wissen und Informationen ganz unmittelbar jetzt parat.
00:01:02: Das ist verrückt, was sich da in den letzten Jahren getan hat.
00:01:05: Und das Ganze verändert natürlich auch den L&D-Bereich in Unternehmen enorm.
00:01:10: Wir bemerken auch bei tts, also wir von tts bemerken, dass sich die Bedürfnisse des Kunden verändern.
00:01:16: Das Lernen in Unternehmen verändert sich und
00:01:20: es geht wohl eher in der Zukunft darum, Wissen einzuordnen, anzuwenden und sich
00:01:25: auch auf Neues einzulassen, also auch speziell mit der Arbeit von verschiedenen
00:01:29: KI-Tools, die sie auch wahnsinnig schnell entwickeln.
00:01:32: Und ich denke, es werden neue Kompetenzen benötigt und wiederum andere Kompetenzen
00:01:37: haben möglicherweise gar keine Relevanz mehr.
00:01:40: Genau, und das werden wir heute im Podcast ein bisschen näher beleuchten.
00:01:45: Ich habe heute eine echte Star-Besitzung hier bei mir im Podcast,
00:01:47: da freue ich mich ganz besonders darüber.
00:01:50: Wir sprechen über Corporate Learning in L&D, wie wir uns vom Kurskatalog wegbewegen,
00:01:56: in mehr Lernen im Moment des Bedarfs.
00:01:59: Und da möchte ich meine beiden Gäste Ulrich Ude und Armin Hopp ganz,
00:02:04: ganz herzlich begrüßen heute. Hallo, schön, dass ihr dabei seid.
00:02:08: Hallihallo.
00:02:09: Hallo.
00:02:11: Genau. Eine Sache muss ich jetzt, bevor wir thematisch einsteigen, noch schnell erwähnen.
00:02:15: Wir haben heute unseren Geschäftsführer Ulrich Ude hier mit dabei.
00:02:19: Das ist Premiere, denn er war noch nie im Podcast. Da freue ich mich ganz besonders,
00:02:23: dass du heute mit dabei bist. Und du hast den Armin Hopp mitgebracht.
00:02:27: Und ich würde sagen, ich stelle euch mal an der Stelle kurz vor.
00:02:31: So Armin, ich würde jetzt mit dir beginnen. Du bist Gründer und Vorstand von
00:02:36: Speexx und ich glaube, jeder, der Speexx kennt, kennt auch irgendwo dich auf jeden Fall.
00:02:42: Und genau, du hast das Unternehmen gegründet, bist aber auch darüber hinaus
00:02:47: Präsident des Internationalen Council on Badgets and Credentials.
00:02:51: Und wenn man deinen akademischen Hintergrund so ein bisschen anschaut,
00:02:55: hast du dich im Studium mit Computerlinguistik, englischer Literatur und neuerer Geschichte
00:03:01: auseinandergesetzt und du sagst selber von dir, du begeisterst dich für künstliche
00:03:05: Intelligenz, digitale Personalentwicklung, Sprach- und interkulturelles Lernen, Coaching und
00:03:12: E-Gitarren, das finde ich auch super spannend. Können wir uns nachher auch nochmal
00:03:15: darüber unterhalten, was du genau da machst.
00:03:17: Und natürlich, deine Familie liegt dir am Herzen. Aber logischerweise auch Speexx, deine Firma.
00:03:25: Siehst du dich da drin wieder?
00:03:27: Jo, ich hoffe, es kennen mich sogar ein paar Leute, obwohl sie Speexx nicht kennen.
00:03:32: Danke erstmal, dass ich hier sein darf, Uli. Super Gelegenheit und super Thema heute.
00:03:38: Kurz zu Speexx noch. ist eine Plattform für digitale Personalentwicklung eigentlich
00:03:44: mehr so für Capability Management, Fähigkeitenmanagement.
00:03:48: Ein Unternehmen immer da, wo Kommunikation zutage tritt mit Coaching,
00:03:53: Mentoring, Sprachtraining, interkulturellem Training versuchen wir über ein,
00:03:59: Unternehmen hinweg eine Kommunikationsplattform herzustellen und damit halt auch die,
00:04:05: Wertschöpfung im Unternehmen zu unterstützen.
00:04:08: Danke dir. Danke für die Vorstellung. Super. Gut, dann mache ich gleich weiter
00:04:13: mit unserem nächsten Gast, mit Ulrich Ude.
00:04:15: Uli, du bist Unternehmer und langjähriger Geschäftsführer und Gesellschafter
00:04:20: bei der tts und du beschäftigst dich auch mit Themen rund um Corporate Learning
00:04:26: und Digital Adaption, speziell jetzt bei tts.
00:04:29: Und nach deinem Studium an der TU Berlin hast du dich seit 1996 mit großer Leidenschaft,
00:04:36: sagst du, mit Wissensmanagement, Lernen, Veränderungen und Organisationen beschäftigt.
00:04:40: Mittlerweile begleitest du Unternehmen bei Lern- und Transformationsprozessen
00:04:45: und hast dabei immer die Entwicklung von digitalem Lernen und Performance Support
00:04:49: im Blick und auch aus nächster Nähe mitgestaltet.
00:04:53: Heute beschäftigst du dich vor allem mit den Fragen wie künstliche Intelligenz,
00:04:57: Learning und Talentmanagement grundlegend verändert und guckst,
00:05:02: wo für die Unternehmen hier Mehrwert besteht.
00:05:05: Wenn man bei dir auch ein bisschen privat guckt, dann bist du neben Technologie
00:05:08: und Lernen, hast du ein großes Interesse an Literatur und Kultur und der Frage,
00:05:14: wie Menschen Wissen erwerben, teilen und für sich nutzbar machen.
00:05:18: Das sagst du über dich. Siehst du dich da auch wieder, Uli?
00:05:21: Ja, denke ich schon. Da fühle ich mich ganz wohl und sehe mich im Spiegel. Dankeschön.
00:05:27: Sehr gut.
00:05:29: Okay, also da habe ich euch jetzt mal vorgestellt. Wie gesagt,
00:05:32: viel Expertise liegt da dahinter. Ihr habt schon einiges erfahren in unterschiedlichen
00:05:36: Firmen, aber auch in euren eigenen Firmen.
00:05:38: Mögt ihr noch ganz kurz erzählen, wie ihr euch eigentlich jetzt kennengelernt
00:05:42: habt, beziehungsweise wie sind eure Wege gekreuzt?
00:05:45: Also ich glaube, Armin und ich kennen uns schon seit sehr vielen Jahren,
00:05:49: weil wir beide schon sehr lange in unseren Firmen sind. Also ich seit 24 Jahren,
00:05:54: Armin, auch du schon sehr, sehr lange.
00:05:56: Und wir sind da verbunden, auch zum Beispiel über die LearnTech in Karlsruhe,
00:06:01: wo man sich ja jedes Jahr wie so ein kleines Branchen-Event dann auch gesehen
00:06:05: hat, zumindest in der Vergangenheit.
00:06:07: Und haben uns natürlich immer in all den Jahren ausgetauscht über neue Trends,
00:06:11: über neue Entwicklungen am Markt, wie man welche Kunden wie glücklich machen kann und so weiter.
00:06:19: Und insofern sind wir da beide enge Begleiter und ich freue mich heute ganz
00:06:22: besonders, dass Armin sich die Zeit nimmt, heute hier mit uns dabei zu sein.
00:06:27: Ich glaube, da waren noch ein paar Flaschen Bier beteiligt und verschiedenen Festen.
00:06:34: Ich bin so gern hier heute, weil mit tts verbindet uns ja tatsächlich sogar
00:06:37: ein bisschen mehr als in Nähe auf der Learntec.
00:06:41: Wir veranstalten gemeinsam Informationsveranstaltungen wie beispielsweise Learning
00:06:47: Revolution in der Schweiz.
00:06:50: Läuft super. Aber wir haben tatsächlich ein gemeinsames Interesse an Wissensmanagement,
00:06:56: ohne Konkurrenten zu sein und versuchen, diesen Markt in Deutschland auch zu gestalten.
00:07:01: Also nicht nur einfach was zu verkaufen. Ich glaube, Uli ist auch kein Verkäufer.
00:07:03: Ich bin hier ausdrücklich nicht im Vertrieb.
00:07:07: Sondern wir versuchen tatsächlich, einen Markt zu gestalten und auch
00:07:11: Impulse zu geben und vielleicht klingt es das ja heute auch ein bisschen.
00:07:17: Mit Sicherheit hoffe ich doch auf jeden Fall. Okay, dann liegt auf jeden Fall
00:07:21: schon die Historie hinter euch und auch immer noch in der Zukunft,
00:07:23: hoffentlich natürlich auch weitere Events, die ihr zusammen besucht, plant etc.
00:07:28: Ich würde sagen, wir gehen jetzt rein, sagt man ja heutzutage,
00:07:31: wir gehen jetzt rein ins Thema, wir gehen rein in AI, in KI, in L&D.
00:07:37: Erzählt mal, ihr beiden, wo kommt ihr in eurem aktuellen Arbeitsleben denn am
00:07:40: meisten in Kontakt mit AI? Ich weiß nicht, Uli, möchtest du auch nochmal kurz anfangen?
00:07:45: Also eigentlich schon mit der ersten Veröffentlichung von ChatGPT im November,
00:07:51: Dezember, kann ich mich noch erinnern, dass ich mir das angeguckt habe und meine
00:07:55: Augen immer größer werden. Vorher hatten wir schon lange Versuche und viel gearbeitet mit Big Data.
00:08:00: Das ist ja so ein Schwibschwager von AI, aber doch mal ein ganz anderes Niveau.
00:08:06: Und das natürlich schon gekannt. Tatsächlich habe ich das dann immer konsequent genutzt und auch,
00:08:11: sehr schnell versucht, in die Mannschaft zu tragen, weil ich da,
00:08:15: glaube ich, schon gesehen habe, was das für Türen öffnet für das Thema,
00:08:19: gerade für das Thema Knowledge Management.
00:08:21: Ist das sozusagen ein Game Changer?
00:08:23: Und es war damals auch schon absehbar, dass das ein disruptives Werkzeug ist.
00:08:28: Also hier wir keine evolutionären Vorgänge haben, sondern dass das sehr schnell
00:08:33: gehen wird und sehr schnell gehen kann.
00:08:36: Und insofern habe ich das in meine Arbeit selber auch integriert,
00:08:39: sowohl in meine private Arbeit, wie aber auch vor allen Dingen n atürlich in
00:08:43: der Strategie der Unternehmensausrichtung.
00:08:46: Und da bin ich eigentlich auch sehr stolz drauf, wie schnell die tts viele dieser
00:08:50: Themen aufgegriffen hat und dann wieder vermarktet hat, umgesetzt hat für unsere
00:08:54: Kunden, weil ich meine, die Kunden zahlen die Gehälter, die Kunden sind das, was uns antreibt.
00:09:00: Und deswegen müssen wir Use Cases halt finden, die für L&D spannend sind.
00:09:04: Ja, ja.
00:09:05: Nicht nur für Kunden, tatsächlich auch intern haben wir einiges quasi auf Stell
00:09:08: für unsere Mitarbeiter.
00:09:10: Das kann ich jetzt zum Beispiel berichten. Erst mal kurzum habe ich einen KI-Grundlagenkurs
00:09:14: gemacht. Ja, Armin, wie sieht es bei dir aus?
00:09:17: Ja, ich habe meinen KI-Grundlagenkurs vor 30 Jahren gemacht.
00:09:20: Ich habe vorhin schon gesagt, dass bei der Einführung, dass ich Computerlinguistik
00:09:26: unter anderem mich mal mit beschäftigt habe.
00:09:30: Also die Grundlagen sind nicht neu von dem, was wir da jetzt sehen,
00:09:33: sondern es sind einfach die Geschwindigkeit, die Rechenleistung.
00:09:35: Das ist der Begriff Künstliche Intelligenz ist 60 Jahre alt.
00:09:38: Ich bin über dieses Thema zu Sprachenlernen am Computer gekommen,
00:09:42: so hat sich das ergeben, Linguistik, Sprachenlernen, Computer.
00:09:48: Wir haben schon vor 2022 mit den damals zugänglichen Modellen gearbeitet,
00:09:54: dann kam halt eben ChatGPT raus und,
00:09:57: das war für mich eigentlich jetzt eher so ein Erweckungsmoment,
00:10:00: jetzt kommt endlich das, was ich mir da vor ewigen Jahren theoretisch wirklich
00:10:04: mühevoll drauf habe schaffen müssen, zur Anwendung.
00:10:07: Und ansonsten ist es ähnlich, wie Uli schon sagte.
00:10:11: Wir haben tatsächlich festgestellt, dass unsere Kunden gelegentlich nicht ganz
00:10:14: so euphorisch waren wie wir.
00:10:17: Also die Einführungsbereitschaft hat deutlich hinterhergehinkt hinter der Verfügbarmachung.
00:10:25: Von ersten Features, aber da haben wir viel gelernt, es sind jetzt auch schon
00:10:28: dreieinhalb Jahre immer viel gelernt, haben das Tempo auch ein bisschen anpassen
00:10:31: können und gewinnen da jetzt Preise und alle möglichen Sachen für Umsetzung
00:10:36: mit Sprache bietet sich das ja an,
00:10:47: Und ja, wie gesagt, in der Anwendung ist es jetzt eigentlich erstmal eine anwendbare Plattform.
00:10:54: Für mich wäre das wirklich aufregend zu sehen, dass da uraltes Zeug aus meiner
00:10:58: Vorgeschichte plötzlich zum Leben erweckt wurde.
00:11:01: Ja, aber irgendwie auch ein bisschen eine gute Bestätigung, dass du das Wissen
00:11:05: einfach schon vorher hattest und jetzt wird es quasi realisiert.
00:11:09: Aber interessant ist vielleicht dabei, was Armin auch sagt mit dem Thema,
00:11:13: wie wird das jetzt eigentlich, wie kommt das bei unseren Kunden und unsere Kunden
00:11:16: sind dann L&D oder vielleicht auch einzelne Projekte, aber wie kommt das bei unseren Kunden an?
00:11:21: Wie wird Generic AI oder Agentic AI ja mittlerweile eigentlich umgesetzt?
00:11:27: Und da tatsächlich ist das Interessante, dass das sozusagen in der Regel,
00:11:31: das ist mein Eindruck zumindest, eine Stufe höher entschieden wird, als unsere Kunden sind.
00:11:36: Das heißt, das Top-Management sagt, hey, hier gibt es ein großes Effizienzversprechen,
00:11:40: und das kostet sehr viel Geld und das will ich in der Organisation umsetzen.
00:11:44: Und dann geht es sozusagen top-down.
00:11:48: Und ich glaube, in diesem Szenario, wenn man da sozusagen rüberdenkt,
00:11:51: deswegen ist jetzt die Umsetzung auch sehr schnell, also auch die Umsetzung
00:11:54: in den großen Organisationen, das war nicht,
00:11:57: mit allen Neuerungen so, sondern da ist einfach Bums hinter,
00:12:02: würde man sagen, da ist Geld hinter, follow the money, da ist Geld hinter und
00:12:06: das sorgt für eine sehr ordentliche Geschwindigkeit in der Transformation.
00:12:12: Ja, du meinst, okay, es ist eher vielleicht auch eine Top-Down-Geschichte.
00:12:17: Denkst du dann aber auch, dass sich das Lernen oder die Art und Weise des Lernens
00:12:22: der Mitarbeiter dann irgendwie auch nochmal verändert? Oder denkst du,
00:12:25: okay, man lernt ja eigentlich eher gleich, es geht um andere Aspekte?
00:12:31: Also ich glaube, wenn wir über Lernen reden, muss man natürlich immer über Corporate Learning reden.
00:12:35: Also man muss sozusagen, es gibt Universitätsausbildung, es gibt Schulausbildung,
00:12:39: es gibt alle möglichen Formen von Lernen.
00:12:42: Und ich glaube, die Ansätze, die AI jetzt möglich ist, dass eben Wissen in einer
00:12:47: sehr guten Qualität, in einer sehr verständlichen Sprache sehr schnell aufbereitet
00:12:52: wird im Moment of Need, also dann, wenn du es brauchst.
00:12:56: Und diese ganzen, ich sag mal Rattenschwanz von vorbereitetem Lernen,
00:13:03: von auf Vorrat Lernen und so weiter, das ist was, was ganz sicher abstirbt.
00:13:08: Das haben wir, glaube ich, im privaten Umfeld alle schon ad acta gelegt.
00:13:12: Die Unternehmen waren sozusagen, du bist mit Google Maps zu Siemens gefahren
00:13:16: oder zu irgendeiner Firma gefahren. Du hast dir danach ein Restaurant irgendwo ausgesucht,
00:13:21: was mit Sternen bewertet war oder wie auch immer.
00:13:23: Du hast sozusagen ganz viel interaktive Medien genutzt, ganz viel auch AI-ähnliche
00:13:28: Anwendungen verwendet. Aber in der Firma musste alles mit vier Augen,
00:13:31: sechs Augen, acht Augen freigegeben sein.
00:13:34: Und nur wenn der Chefchef gesagt hat, dass das richtig ist, dann darf ich das
00:13:37: auch lesen und dann muss ich das lernen und dann muss ich das machen.
00:13:41: Und dieser Prozess, der wird jetzt aufgerollt und das ist eine Riesenchance für die Organisation.
00:13:48: Und das bedingt am Ende, dass vieles noch genauso gelernt werden muss wie früher.
00:13:53: Punkt. Da gibt es sozusagen keine Änderung. Aber noch mehr kann bereitgestellt werden.
00:13:58: Noch mehr kann im Moment of Need genutzt werden. Und das ist eine Riesenchance
00:14:03: für Organisationen, Effizienzsteigerungen zu haben, Qualität zu erreichen,
00:14:08: Effizienz zu erreichen.
00:14:10: Da geht eine sehr große Tür auf, meiner Meinung nach. Und auch für L&D.
00:14:14: Wenn ich das ein bisschen ergänzen kann, es verändert sich ja weniger die Art
00:14:18: und Weise, wie Menschen lernen müssen, sondern schlicht und einfach die Art
00:14:21: und Weise, wie Menschen lernen.
00:14:23: Es ist plötzlich keine Begrenzung von Wissen mehr da.
00:14:28: Nicht von Lernen, sondern von Wissen. Den Unterschied muss man da ganz deutlich machen.
00:14:32: Und ich erlebe das immer wieder. Ich habe ihn gefragt. Er hat mir gesagt, dass...
00:14:41: Aber grundsätzlich ist es so, dass Menschen sich jetzt ohne Anleitung,
00:14:46: ohne weiterbildungsverantwortliche Zugang zu Wissen erstmal nicht zu lange verschaffen können.
00:14:51: Dadurch verändert sich unheimlich viel. Das ist gar nicht mehr eine Frage,
00:14:54: ob auf Vorrat gelernt werden muss oder sollte, sondern Menschen können sich
00:14:58: Fragen jederzeit erstmal selber beantworten lassen.
00:15:01: Ob die Antworten dann passen, ist die andere Frage. Da ist, glaube ich,
00:15:03: auch die Rolle von Weiterbildung jetzt ganz deutlich gefragt,
00:15:07: weg vom Vorratschaffen zur Moderation von Lernprozessen,
00:15:12: denen Menschen vielleicht nicht
00:15:13: immer genau wissen, ob das, was sie da eruieren, auch wirklich wahr ist.
00:15:18: Und der Lernbedarf, der entsteht zunehmend aus Veränderungen an der Arbeit selbst.
00:15:23: Und deswegen ist das, was der Uli sagt, in the flow of work so super entscheidend,
00:15:27: dass man genau da, wo Veränderungen auftreten, sofort auch reagieren kann.
00:15:31: Da kann ein Kurskatalog, da kommen wir vielleicht auch noch drauf zu sprechen,
00:15:34: gar nicht vorausschauen, weil wer
00:15:36: hätte vor dreieinhalb Jahren auf das vorausschauen können, was heute ist.
00:15:41: Ja. Es ist total spannend, was ihr sagt, Moment of Need, Flow of Work.
00:15:47: Habt ihr da vielleicht auch aus euren Firmen oder anderen Erfahrungen mit anderen
00:15:52: Firmen vielleicht auch Dinge, die man nutzen kann oder was da am besten funktioniert?
00:15:57: Gibt es da was, was ihr da vielleicht speziell hervorheben wollt?
00:16:01: Also ein Thema, was uns ja immer umtreibt Bei tts ist halt die digitale Transformation
00:16:06: bei der Einführung von großen IT-Anwendungen und neuerdings auch oder seit ein
00:16:11: paar Jahren eben auch für die Einführung von AI,
00:16:14: weil auch das ist eine große digitale Transformation für die Kolleginnen und Kollegen.
00:16:18: Aber nehmen wir mal ein ganz einfaches Lieblingsthema für jede Firma,
00:16:22: nämlich eine Einführung von SAP.
00:16:24: So ein 4HANA-Projekt, da freut sich jede Firma drauf, alle sind begeistert,
00:16:29: sie dürfen SAP alles nochmal neu lernen, weil es da eine neue Version gibt.
00:16:34: Und da hätte man vor Jahren eben gesagt, ich schicke alle durch Schulungen,
00:16:37: alles Präsenztraining, ich mache ein bisschen E-Learning, um die Lerngruppen
00:16:41: homogener zu gestalten und so weiter und so weiter. Also das übliche Lied von
00:16:45: Blended Learning kann man da singen.
00:16:48: Braucht das heute noch? Oder wie entstehen überhaupt die Inhalte?
00:16:51: Automatische Textgenerierung, ich muss nur noch was recorden,
00:16:55: eine Anwendung, weil die dann eben doch kundenspezifisch ist,
00:16:58: dann werden die Texte automatisch da reingenommen, die Texte werden automatisch übersetzt.
00:17:03: Das wird alles bereitgestellt über auch Softwarelösungen, die wir anbieten,
00:17:07: werden bereitgestellt dann, wenn du es in der Anwendung brauchst und nicht irgendwann.
00:17:12: Dein ganzes Trainingskonzept basiert eben nicht mehr auf 50 Schulungstagen,
00:17:17: sondern nur noch auf 20 oder 10 und die sind auch eher Coaching-Tage und nicht
00:17:21: mehr so sehr klicken Sie hier hin, klicken Sie da hin, klicken Sie dort hin und so weiter.
00:17:25: Das sind halt massive Veränderungen in der Effizienz der Inhaltsgestaltung,
00:17:30: massive Veränderungen in der Bereitstellung von Wissen,
00:17:32: und dass man eben das Wissen wirklich nur schult und das ist meistens,
00:17:36: hat das was mit Prozessen zu tun, also prozessuales Wissen zum Beispiel,
00:17:41: dass man das nach wie vor schult und dass man da eher in eine Coaching-Situation
00:17:46: geht als in eine klassische Training, Classroom-Training-Situation.
00:17:50: Ich glaube, das ist nicht mehr adäquat heutzutage und damit natürlich gigantische
00:17:55: Budgets gegenüber den alten Formen sparen kann, am guten und Mitarbeiter besser
00:18:00: enabled, Erfolgreichheit in Software dann auch zu nutzen.
00:18:03: Und das ist sozusagen ja die Matrix dahinter oder die Metrik dahinter.
00:18:10: Armin, gerne, auch du. Ja, genau.
00:18:12: Also vielleicht erstmal kurz zu uns. Wir haben als Unternehmen,
00:18:16: was vorhin AI-Grundlagenkurs genannt, wir versuchen es zu steuern über OKRs.
00:18:23: Unternehmensziel, die wir vierteljährlich anpassen, revidieren und dann Sprints einbauen.
00:18:30: Da gibt es AI-Fluency, Unternehmensziele und
00:18:34: bei uns ist es so strukturiert, dass hinter einem Unternehmensziel wirklich alles andere zurücktritt.
00:18:37: Also wenn du die Wahl hast, deine Zeit da zu verbringen oder mit einem Unternehmensziel,
00:18:41: geh immer nach dem Unternehmensziel.
00:18:43: Und da setzen wir sehr ambitionierte Ziele tatsächlich zum Ergebnis des Einsatzes
00:18:48: von KI-Marketing schlicht und einfach jetzt nicht mehr 50 Blogposts, sondern 200 machen.
00:18:54: Beispielsweise mit Unterstützung von KI, nicht schreiben lassen von KI.
00:18:59: In der Content-Produktion das Gleiche, in der Softwareentwicklung ähnlich.
00:19:02: Einfach die Schlagzeile erhöhen, messbar erhöhen, ohne Qualitätsverlust,
00:19:07: oder auch mit Qualitätssteigerung. Das ist, wie wir versuchen,
00:19:11: im Unternehmen das tatsächlich zu steuern, also messbar zu machen.
00:19:15: Unseren Kunden, da möchte ich vielleicht noch einen Aspekt reinbringen,
00:19:18: Uli vielleicht nicht ganz so erwähnt hat, ist mehr so die organisationale Sicht.
00:19:22: Also da, wo KI helfen kann, in einem Unternehmen tatsächlich einen Mehrwert zu schaffen.
00:19:28: Ich beschäftige mich momentan sehr viel mit Dave Ulrich und seinem Human Capital
00:19:33: Model, wo es letztendlich darum geht, alles, was du machst, muss dazu dienen,
00:19:38: den Stakeholder-Value des Unternehmens zu steigern.
00:19:42: Hört sich immer ein bisschen doof an, ist HR auch weit von entfernt,
00:19:45: glaube ich, gedanklich oft.
00:19:48: Aber das Ende ist es daran, woran wir gemessen werden. Das, was wir tun,
00:19:52: ist mit AI-Assessment-Systemen Lücken festzustellen in Fähigkeiten,
00:19:57: die ein Unternehmen tatsächlich braucht. Die Fähigkeiten sind vorher definiert.
00:20:01: Wir versuchen festzustellen, wo im Rahmen von Kommunikationsfähigkeit Lücken
00:20:06: entstehen. Und die kann man dann über interkulturelles Training,
00:20:10: Mentoring, Coaching usw.
00:20:11: Deutlich verbessern. Da setzen wir dann KI ein, um in die Fläche zu kommen.
00:20:16: Das sind klassisch sehr teure Trainingsformate, 1 zu 1, Coaching kostet super
00:20:21: viel Geld, AI-Coaching lässt sich theoretisch erstmal für vergleichsweise kleines Geld
00:20:28: In eine große Population hineinskalieren, wenn man bestimmte Rahmenbedingungen
00:20:32: erfüllt. Ich habe das vorhin schon erwähnt, wir haben da mit dem ICF zusammengearbeitet,
00:20:36: die haben sich unser AI-Coaching angeschaut, auditiert.
00:20:40: Wir versuchen dann, die Technologie dann wieder menschengerecht zu machen und
00:20:44: tatsächlich auch so einzusetzen, dass sie den Mehrwert im Unternehmen steigert,
00:20:49: ohne die Menschen zu schädigen.
00:20:52: Und ich glaube, da gibt es einen sehr großen Bedarf. und auch das Armin gesagt hat, weil,
00:20:57: tatsächlich sozusagen, wir hatten das vorhin schon, Top-Down wurde entschieden,
00:21:01: wir führen Copilot ein, wir führen irgendwie ChatGPT ein,
00:21:04: und jetzt sitzen die Kollegen davor und wir haben eine Situation,
00:21:07: wie wir sie seit, ich bin ja schon so ein paar Jährchen älter,
00:21:11: seit 15 Jahren, nicht mehr hatten wir vor 15 Jahren, bei jeder digitalen Transformation
00:21:14: gab es das Thema Angst um den Arbeitsplatz.
00:21:16: Bei jeder SAP-Einführung, IT-Einführung war immer das Thema Effizienzsteigerung,
00:21:21: hieß immer weniger Arbeitsplätze.
00:21:23: Dann haben wir einen Arbeitskräftemangel gehabt und so weiter und das ganze
00:21:26: Thema ist verschwunden.
00:21:27: Jetzt mit AI taucht das natürlich wieder auf, weil die Kolleginnen und Kollegen
00:21:31: sitzen dann davor und denken sich, oh, und was heißt das jetzt für mich?
00:21:34: Säge ich auf der falschen Seite vom Ast, auf dem ich da gerade säge oder so?
00:21:40: Und diese Use Cases rauszufinden und das rauszufinden, was dann den wirklichen
00:21:44: Mehrwert generiert für die Organisation, das Versprechen,
00:21:48: von Agentic AI, das einzulösen, das ist halt eine riesen Coaching,
00:21:53: Training, Ausbildungssache.
00:21:56: Weil wir reden mit Menschen, wir reden nicht dann mit Maschinen.
00:22:00: Und am Ende müssen die Menschen entscheiden.
00:22:04: Kann ich dem glauben oder kann ich dem nicht glauben? Stimmt das oder stimmt
00:22:08: das nicht? Am Ende sitzt der Mensch, am Ende der Entscheidungskette.
00:22:11: Und das ist alles, was L&D befürworten und machen muss.
00:22:15: Und das ist ein Riesenpotenzial, gerade für L&D Abteilungen, sich hier strategisch
00:22:20: zu positionieren und nicht als,
00:22:23: Erfüller von Compliance-Trainings, sondern zu sagen, hey, wir sind diejenigen,
00:22:28: die euch enablen, AI in der Organisation zu nutzen und zu Wert zu bringen.
00:22:34: Das ist, glaube ich, ein sehr schönes Thema.
00:22:37: Ich finde das total richtig. Ich halte das für einen Riesenfehler,
00:22:39: das ganze KI-Thema über Effizienzthemen zu moderieren. Das ist ein Führungsthema,
00:22:46: was wir hier vor uns haben.
00:22:47: Führung muss dazu beitragen, bestehende Unternehmen, mit den Leuten,
00:22:53: die im Unternehmen sind, tatsächlich den größten Mehrwert zu erzeugen.
00:22:55: Und häufig sehe ich da statt Performance des Unternehmens, Einzelperformance,
00:23:02: von Menschen im Blickfeld und das halte ich für grundsätzlich falsch.
00:23:05: Und das löst auch die Angst aus, weil jeder Einzelne sich natürlich fragt,
00:23:08: was kann ich jetzt persönlich machen?
00:23:11: Wenn man das Ganze runter moderiert von, das Unternehmen möchte hierhin,
00:23:15: such dir deinen Platz auf diesem Weg und finde deinen Platz auf diesem Weg.
00:23:18: Das ist eine ganz andere Konversation und die findet meines Erachtens häufig nicht statt.
00:23:23: Also da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, da kann man sich auch hin entwickeln.
00:23:28: Der Mensch ist da trotzdem noch gefragt.
00:23:31: Aber ihr habt vorher auch gesagt, eine große Gefahr geht dann auch so ein bisschen
00:23:35: davon aus, was man der KI denn auch glaubt, beziehungsweise soll man alles glauben?
00:23:40: Wie benutzt man überhaupt so eine KI?
00:23:43: Da sind wir dann wieder bei den Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter,
00:23:46: die dann halt hier wichtig wären.
00:23:48: Möchtet ihr nochmal kurz abreißen, was von eurer Sicht aus jetzt an Kompetenzen
00:23:54: und Fähigkeiten in Zukunft immer wichtiger wären? Armin, vielleicht fängst du an.
00:24:00: Ja, also ich antworte da eigentlich immer mit Neugier.
00:24:07: Sehr schön.
00:24:08: Wird langsam langweilig, aber das ist etwas, was wir künstlich intelligenten
00:24:12: Systemen auf jeden Fall immer voraushaben werden.
00:24:15: Und in der Zusammenarbeit, das Wort benutze ich jetzt mal mit Bedacht,
00:24:20: Zusammenarbeit mit KI, ist Neugier der wesentliche Treiber für die Suche nach
00:24:26: der richtigen oder der falschen Antwort.
00:24:28: Der zweite Teil ist, glaube ich, es wird jetzt viel darüber gesprochen,
00:24:32: dass Spezialisierung in Gefahr ist, also menschliche Spezialisierung in Gefahr
00:24:37: ist, durch KI ersetzt zu werden.
00:24:39: Ich halte das für nicht ganz richtig, weil Urteilsvermögen nur aus spezialisiertem Wissen kommen kann.
00:24:45: Und Urteilsvermögen brauchen wir, um tatsächlich das, was aus einer KI,
00:24:50: auf welche Art und Weise aus Agenten, auf welche Art und Weise rauskommt,
00:24:53: tatsächlich auch einschätzen zu können und mit Leitplanken zu versehen.
00:24:59: Grundsätzliche Spezialisierung ist nichts Falsches. Ich würde jetzt meinen Kindern
00:25:02: auch nicht mehr empfehlen, ein ganz spezielles Studienfach zu studieren.
00:25:09: Aber grundsätzlich ist der wesentliche Punkt Urteilsfähigkeit, Neugier.
00:25:14: Und dann kommt immer kritisches Denken und dergleichen. Aber das sind im Grunde
00:25:18: die beiden Dinge. Neugier und wirklich dahinter zu schauen, was ist denn das eigentlich.
00:25:23: Auch verstehen wollen, wie so ein Zeug funktioniert.
00:25:26: Das ist ja kein Denken, sondern probabilistische Reaktionen.
00:25:30: Und die entsprechend einordnen zu können und dann auch die entsprechenden Schlüsse
00:25:34: draus ziehen zu können, das werden die wesentlichen Fähigkeiten sein.
00:25:37: Absolut. Und ich glaube, was noch dazu kommt, ist dann einfach ausprobieren. Hands on.
00:25:42: Mach was damit. Überleg dir, was für dich ein Use Case sein kann,
00:25:46: was dein Leben erleichtert, was dich schneller macht, höher weiterbringt im positiven Sinne.
00:25:51: Also was deine Jobeffizienz da steigert und wir bieten selber dann in solchen
00:25:58: Kundensituationen dann Prompting-Labore an zum Beispiel,
00:26:01: wo man eben dann im Austausch mit den anderen Kollegen, die dieselben Herausforderungen
00:26:06: haben, auch in der Sales-Abteilung, auch in der Buchhaltung sitzen und so weiter
00:26:10: und dann haben sie jetzt Copilot bekommen oder irgendwas und sollen jetzt ganz groß die Welt retten,
00:26:15: haben aber gar keine Idee, wie
00:26:16: ihre Welt eigentlich zu retten ist und dann muss man halt ausprobieren.
00:26:19: Dann ist es wie immer mit Menschen, einige gehen voran, genau wie einige sind
00:26:24: neugierig, andere sind eben nicht neugierig, ängstlich.
00:26:27: Und ich glaube, in solchen Coaching-Sessions haben wir sehr gute Erfahrungen
00:26:31: gemacht mit diesen Prompting-Laboren, wo Leute zusammenkommen,
00:26:35: sich austauschen, Sachen auch sharen. Das ist ja alles technologisch natürlich kein Problem.
00:26:40: Und dann da entsprechend auch weiterarbeiten.
00:26:43: Ja, und gerade auch das Ausprobieren. Ich glaube, wenn man Dinge ausprobiert,
00:26:47: man wirklich versucht, sich damit auch zu beschäftigen, nimmt einem auch so ein bisschen die Angst.
00:26:51: Meistens ist es einfach, dieser Punkt anzufangen, einzusteigen und dann hat
00:26:56: man schon ein bisschen ein klareres Bild dann auch dazu.
00:27:00: Gut, ich glaube, man sollte halt nie vergessen, wie kurzfristig diese Entwicklungen
00:27:04: jetzt hier sind. Also es ist eben schon eine Herausforderung.
00:27:07: Es gibt das für mich eigentlich sehr passende Wort von Andrew Ng.
00:27:12: AI is the new electricity. Also es ist sozusagen wie die Elektrifizierung damals,
00:27:17: die die Welt der Industrie verändert hat. Also ist das jetzt mit AI.
00:27:25: Das sind natürlich alles so Schlagworte und große Transparente.
00:27:28: Kann man dann sicherlich drüber streiten.
00:27:30: Ganz sicher ist es aber so, dass das viel schneller geht als mit der Erfindung der Elektrizität.
00:27:35: Das hat irgendwie 30 Jahre gedauert, bis das irgendwie alles durchdrungen hat,
00:27:40: Von der Landwirtschaft bis der Dampfmaschine bis sonst was alles schon,
00:27:43: was es so anders noch alles gab.
00:27:47: Und diese Zeit haben wir jetzt gar nicht. Und Menschen sind nicht schnell eigentlich
00:27:51: in der Adaption von Wissen. Wir sind ja alle so ein bisschen steinzeitlich geprägt,
00:27:55: und brauchen halt unsere Zeit auch, um Dinge zu verstehen. umso wichtiger ist.
00:28:01: Und das ist die große Chance, die strategisch große Chance in meinen Augen für
00:28:05: L&D, jetzt hier reinzugehen und zu sagen, wir nehmen das Thema,
00:28:09: wir nehmen uns der Aufgabe an.
00:28:11: Wir machen unsere Organisation inhaltlich und fachlich und von den Kompetenzen
00:28:16: her AI ready. Das klingt schon komisch, aber wir bringen unsere Organisation
00:28:21: in diese Richtung, dass sie das überhaupt leisten kann.
00:28:24: Das wäre, glaube ich mal, ein guter und wichtiger Schritt.
00:28:29: Und da ist noch ein Aspekt, den ich vielleicht noch anbringe,
00:28:31: wir zitieren jetzt auf Englisch. Einer meiner Lieblingssprüche ist,
00:28:34: a fool with a tool is still a fool.
00:28:37: Also ich sehe unheimlich viele Unternehmen, die einfach Copilot irgendwie aus,
00:28:42: Führungsebene abwerfen, dann mal gucken, was passiert und das kann nicht funktionieren.
00:28:47: Also Kontext ist super wichtig, Expertenwissen ist super wichtig,
00:28:50: aber dann auch Training,
00:28:52: wie man das alles zusammenbringt und wo lange Unternehmen diese Befähigung nicht,
00:28:58: aktiv vorantreiben, wird man immer einen Teil der Mitarbeiter haben,
00:29:03: die da auf irgendwelche Knöpfe drücken, irgendwelche,
00:29:06: Ausgaben von ChatGPT oder anderen Systemen glauben und dann wirklich eher Schaden
00:29:11: anrichten als Nutzen bringen.
00:29:14: Da ist Weiterbildung, da bin ich mit Uli vollkommen überein,
00:29:17: dass Weiterbildung ganz zentral gefordert und zwar nicht einfach mit Trainingsprogrammen,
00:29:22: weil die sind schon hinfällig in dem Moment, in,
00:29:25: dem man überhaupt darüber nachdenkt, sondern dass ich mit aktiver Unterstützung,
00:29:28: mit Ausprobieren, mit Hackathons, mit Gruppenproben,
00:29:34: und dergleichen, also alle möglichen Formate, die man da ausprobieren kann,
00:29:37: auf jeden Fall kein Kurskatalog.
00:29:39: Also man muss vielleicht dazu sagen, dass wir in Deutschland gibt es vielleicht
00:29:42: drei große Firmen, die sich mit dem Thema E-Learning, digitale Transformation,
00:29:47: Training dann auch ein bisschen intensiv berfassen.
00:29:50: Davon ist Speexx mit Armin eine, davon ist die tts eine und dann gibt es noch zwei, drei andere.
00:29:56: Aber wir sind sozusagen schon die Großen im Markt und wir haben die Kundenbeziehung.
00:30:00: Wir arbeiten an diesen Projekten mit unseren Kunden. Wir helfen unseren Kunden,
00:30:05: den L&D-Abteilungen und zum Teil eben auch einzelnen Projekten,
00:30:08: wenn L&D sozusagen noch auf ihrem Skill-Katalog sitzt, still und nichts macht.
00:30:15: Auch mit einigen einzelnen Projekten, die sagen, hey, wir müssen hier weiterkommen,
00:30:19: ich brauche Geschwindigkeit.
00:30:21: Wir sind dabei, wir sind da am Markt tätig, da gibt es eine große Nachfrage.
00:30:24: Das ist ein Wachstumsmarkt für hochqualifizierte, gute Beratung und gute Lösungen, die dazu passen.
00:30:33: Und ich denke, das ist auch ein Markt mit Zukunft, weil nach dem vielen,
00:30:38: vielen Geld, was jetzt in die IT-Budgets für AI geflossen ist,
00:30:43: kommt jetzt die erste Ernüchterungsphase.
00:30:45: Man kennt ja diesen Gardner-Hypercycle, man fliegt ganz hoch und dann denkt
00:30:49: man sich jetzt alles gelöst und dann merkt man, oh, geht ja alles doch nicht
00:30:52: alles, alles, Punkt, Punkt, Punkt.
00:30:55: Und dann kommt man auf das Plateau, dass man irgendwann sagt,
00:30:58: oh ja, jetzt habe ich doch ein paar Use Cases entdeckt. Und dieses Use-Case
00:31:02: entdecken, da ist genau der Punkt, wo wir helfen. Das ist genau das,
00:31:05: wo wir sagen, wir machen AI bei euch erfolgreich.
00:31:08: Wir bringen euch da voran, das gut zu nutzen.
00:31:12: Die Erfahrung, Uli, Markt machen wir ähnlich. Also es ist auf jeden Fall ein Wachstumsmarkt.
00:31:17: Es ist ja fast ironisch. Wir sind jetzt an einem Punkt, wo man endlich unheimlich
00:31:21: gute Kurse machen kann. Unheimlich oft, unheimlich schnell und keiner will sie mehr haben.
00:31:29: Also auch unsere Branche muss sich wandeln, das ist genau das,
00:31:32: was du beschrieben hast.
00:31:33: Wir sind an einem Punkt, wo wir nicht einfach mehr Kurskataloge,
00:31:37: was wir so schon nicht getan haben, Kurskataloge bereitstellen,
00:31:40: sondern wir unterstützen Unternehmen,
00:31:43: bei der digitalen Transformation, in unserem Fall durch Kommunikation,
00:31:47: in eurem Fall wesentlich operativer.
00:31:50: Da liegt das Wachstum. Das ist kein E-Learning-Markt in dem Sinne mehr,
00:31:54: sondern das ist ein Befähigungsmarkt für Unternehmen.
00:31:57: Und da sehe ich große Chancen. Wir haben gesagt, wir wachsen ja ganz gut.
00:32:01: Ich habe den Eindruck, wir auch.
00:32:03: Ja, total. Ja, ich habe es gerade schon so ein bisschen angesprochen,
00:32:07: wo geht die Richtung hin? Das wäre jetzt nochmal eine Abschlussfrage von mir.
00:32:13: Wo seht ihr denn L&D in den nächsten Jahren?
00:32:16: Ich meine, wir haben ja jetzt schon gehört, es verändert sich sehr,
00:32:19: sehr viel mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Wir müssen gucken,
00:32:22: dass wir die Leute nicht auf der Strecke lassen, wir befähigen,
00:32:25: aber dennoch, wir müssen gucken, wie wir uns strategisch ausrichten.
00:32:29: Wo seht ihr denn L&D in den nächsten Jahren?
00:32:32: Armin, willst du oder sage ich?
00:32:36: Ich lasse gerne hier den Vortritt, du bist der.
00:32:39: Okay, also ich habe das ja schon mehrfach heute gesagt, ich glaube,
00:32:44: der strategische Impact, den L&D damit gewinnen kann, mit Agentic AI und das
00:32:49: in die Organisation reinzupflanzen, dieser Hebel ist gigantisch.
00:32:53: Das ist eine sehr weit offene Tür bei ganz vielen großen, großen Organisationen.
00:32:59: Und L&D muss durch diese Tür laufen und muss in meinen Augen das tun.
00:33:04: Und wenn man so ein bisschen mal die letzten Jahre und Jahrzehnte auch vielleicht,
00:33:10: ohne jetzt zu weit zurückzugehen, aber mal dich selbst kritisch fragt,
00:33:13: was haben wir denn eigentlich so liegen gelassen an Chancen bei L&D?
00:33:18: Wir haben einen Arbeitskräftemangel viel zu selten als große Chance für Personalentwicklung,
00:33:22: Reskilling oder interne Mobilität verstanden.
00:33:25: Wir haben über Big Data und Tipel Analytics gesprochen, ohne daraus wirklich
00:33:29: bessere Talententscheidungen zu machen.
00:33:32: Also nicht, es gibt immer Ausnahmen, immer lobenswerte Ausnahmen,
00:33:35: aber es ist viel, viel da liegen gelassen.
00:33:37: Wir haben enorme Mengen an Standard-Content, hatten wir heute mehrfach große
00:33:41: Learning-Plattformen eingekauft, aber viel zu selten gefragt,
00:33:45: ob das Wissen wirklich im Arbeitsalltag ankommt.
00:33:47: Und was sind denn eigentlich die messbaren Unterschiede? Habe ich das überhaupt gemessen?
00:33:52: All solche Themen, wo man sagen muss, hey, warum geht es da nicht voran?
00:33:57: Und das ganze Thema Lernen, Learning in Moment of Need, also Workflow-Learning,
00:34:03: hat L&D meiner Meinung nach komplett verschlafen.
00:34:06: Da kenne ich kaum Abteilungen, die sich mit kontextsensitiver Wissensbereitstellung
00:34:10: wirklich konsequent mal befasst haben, was sie da heben können.
00:34:14: Und jetzt haben wir sozusagen den nächsten großen Schritt und das ist keine
00:34:19: Evolution, das ist eine Disruption. Das heißt, das kommt rasend, rasend schnell.
00:34:23: Das wird von oben reingegeben. Geld spielt keine Rolle auf einmal,
00:34:28: weil das Effizienzversprechen so groß ist, dass jedes Top-Management sagt,
00:34:32: ich drücke das rein, egal was es kostet, weil ich bin dann so viel effizienter und so viel besser.
00:34:37: Und deswegen verändert dieses Agent-AI-Thema für mich, wie Menschen arbeiten,
00:34:43: wie sie auf Wissen zugreifen, wie sie Entscheidungen treffen und dann auch entsprechend,
00:34:48: welche Fähigkeiten sie überhaupt dazu benötigen.
00:34:51: Und deswegen ist es eben genau das Thema, was die da mit übernehmen können.
00:34:55: Also welche Fähigkeiten braucht unsere Organisation, muss sich der Kunde fragen,
00:34:59: welche Fähigkeiten braucht unsere Organisation morgen?
00:35:02: Was davon muss ein Mensch noch wissen und können? Was kann die AI übernehmen
00:35:06: und wie bringen wir Wissen, Lernen und KI genau in dem Moment zusammen,
00:35:10: in dem die Arbeit stattfindet?
00:35:12: Das ist sozusagen mein Schlussstatement.
00:35:18: Auch schon ein bisschen deine Botschaft für das Ende, aber ja auf jeden Fall
00:35:21: nochmal gut auf den Punkt zusammengebracht danke dir Uli, Armin
00:35:26: du darfst auch gerne nochmal die Frage gerne beantworten, aber kannst es auch
00:35:28: schon gerne mit deiner Schlussbotschaft für den Schlussplädoyer sozusagen auch zusammenführen wenn du.
00:35:33: Also erstmal die Frage nach drei bis fünf Jahren das ist eine ganz
00:35:40: schön lange Zeit ...
00:35:44: wir sind jetzt im vierten Jahr nach der Veröffentlichung von ChatGPT, wir sind drei Jahre nach der Pandemie,
00:35:50: Hören Sie sich mal an, was sich da verändert hat und, glaube ich,
00:35:54: auch vor drei Jahren nicht vorhersagbar war, glaube ich, dass man da so eine
00:35:59: grundsätzliche Prognose öffentlich jetzt nicht so äußern sollte.
00:36:05: Glaube ich, wenn man dafür dann irgendwann mal verantwortlich gemacht werden könnte.
00:36:10: Was ich aber festglaube, ich habe vorhin mal Dave Ulrich erwähnt mit diesem
00:36:14: Human Capability Model, dass es letztendlich, wo es darum geht,
00:36:19: alle Leistungen Unternehmen, insbesondere von HR, am Output,
00:36:24: an tatsächlichen Ergebnissen festzumachen und da bietet KI ein.
00:36:28: Erhebliches Potenzial ist, genau die für nicht unbedingt die Frage nach dem
00:36:31: ROI of Learning, aber trotzdem nach der Wirkung von Maßnahmen auf die Gesamtorganisation
00:36:38: tatsächlich zu stellen. Das, was ich vorhin für Speexx mal kurz benannt habe, so mit den OKRs.
00:36:43: Und ich glaube, da wird HR und dann auch Weiterbildung, Personalentwicklung
00:36:48: hingehen müssen, wenn sie relevant bleiben wollen.
00:36:51: Wir müssen irgendwann mal erklären, welchen Beitrag wir eigentlich leisten.
00:36:55: Einfach nur aus gottgegebenem Wissen heraus einen Kurskatalog zu erstellen,
00:37:00: der wird schon stimmen, aber nicht genutzt, wie Uli ja vorhin auch gesagt hat,
00:37:04: das wird es nicht mehr sein.
00:37:05: Ich glaube, dass LNDs im Beitrag stärker so über Fähigkeiten,
00:37:08: Capabilities der gesamten Organisationen auch die Wirkung erklären müssen.
00:37:13: Und das ist jetzt kein inhaltlicher Punkt, sondern das ist tatsächlich mehr
00:37:18: ein organisationaler Grund im Unternehmen selber.
00:37:22: Und wenn ich dann noch meine Botschaft anschließen soll, dann habe ich noch
00:37:26: einen Lieblingsbruch neben dem Folosetol, das von William Gibson,
00:37:30: der immer gesagt hat, Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleich verteilt.
00:37:35: Und das sehe ich um mich herum, und das sehe ich bei praktisch allem, was ich tue.
00:37:42: 2022 war die Zukunft da, sie ist heute noch sehr ungleich verteilt,
00:37:46: das sehe ich bei unseren Kunden.
00:37:47: Da muss ich die Weiterbildung, genau, da schlage ich auf die gleiche Trommel
00:37:52: wie Uli, da muss ich die Weiterbildung erinnern, die einfach ihren Beitrag holen, ihren Teil von abholen.
00:37:57: Da sehe ich manchmal ein bisschen zu passive Haltungen. Es werden jetzt,
00:38:02: ich vorhin gesagt habe, einfach mit KI mehr Kurse gemacht. Warum?
00:38:06: Es werden mehr Kurse gemacht, die werden vielleicht sogar besser sein,
00:38:09: aber das hat keinerlei Wirkung auf die Nutzung von Materialien.
00:38:14: Ich glaube, so ein Paradigmenwechsel von Inhalte machen zur Moderation von Lernen,
00:38:20: das wird ein ganz erheblicher Wandel in der Weiterbildung sein.
00:38:24: Das sind dieselben Leute.
00:38:25: Da geht es nicht darum, dass da Jobs verloren gehen. Es geht nur um eine andere
00:38:28: Sicht des selben Ziels und damit auch ein wesentlich stärker bewertbares Ergebnis
00:38:34: für eine ganze Organisation.
00:38:37: Und das ist es eigentlich. Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur ungleich verteilt
00:38:40: und die Weiterbildung muss ich jetzt bei ihren Teil holen.
00:38:45: Das ist doch ein schönes Schlusswort. Also auf jeden Fall ein schöner Schlusssatz.
00:38:50: Ja, vielen lieben Dank euch beiden und danke für eure Einschätzung,
00:38:54: wie sich das Ganze entwickeln wird. Danke für eure Einschätzung,
00:38:56: wo wir jetzt gerade auch stehen, was bei uns in den Unternehmen passiert,
00:39:00: was im L&D-Bereich gerade passiert, wo ihr Potenziale seht.
00:39:04: Ich habe einiges gelernt heute auch nochmal und bin wirklich sehr gespannt,
00:39:08: wo sich das Ganze dann wirklich hin entwickeln wird.
00:39:11: Ich würde sagen, wir bleiben auf jeden Fall dran, tts und Speexx seitig.
00:39:14: Wir enablen die Kunden, das ist unser Ziel.
00:39:18: Und ja, für mich bleibt es nur zu sagen, vielen lieben Dank,
00:39:21: dass ihr heute Gast und Teil des Podcasts wart.
00:39:24: Und vielleicht ergibt es dich ja in der Zukunft nochmal in Teil 2 zu diesem
00:39:27: wirklich spannenden Thema, wo man auch wirklich Stunden erzählen könnte,
00:39:29: weil es einfach so viel auch zu erzählen gibt.
00:39:33: Danke Corinna und danke Armin Danke euch.
00:39:36: Ich danke euch beiden ganz herzlich, dass ich dabei sein durfte.
00:39:49: Ach übrigens, habt ihr uns eigentlich auch schon abonniert? Das geht überall
00:39:53: da, wo ihr euren Podcast am liebsten hört. Wir, also die Hosts des Podcasts,
00:39:58: Claudia Schütze und Corinna Blersch, wir sind natürlich auf LinkedIn erreichbar.
00:40:03: Also kontaktiert uns gerne für euer Feedback, Anregungen und Wünsche.
00:40:08: Ihr könnt uns aber auch jederzeit auf Podigy direkt schreiben.
00:40:12: Da sind wir sehr flexibel. Also bis zur nächsten Lernlustfolge. Ich freue mich auf euch.
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